Vom 7. bis 21. April 2012 sind 13 Schülerinnen und vier Schüler der 10. Klassen in Begleitung von Herrn Fander und Frau C. Schmid für zwei Wochen ins Reich der Mitte gereist.

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In der ersten Woche nahmen wir an einer Bus-Rundreise in der Region Shanghai teil. Nach unserer Ankunft am Shanghai-Airport reisten wir zunächst nach Suzhou, dem schon von Marco Polo bereisten „Venedig des Ostens“, wo wir eine Bootsfahrt über die Kanäle der Altstadt machten, dort einen traditionellen Markt besuchten, einen typischen klassisch-chinesischen Garten sowie die Seidenfabrikation gezeigt bekamen. Am nächsten Tag ging es weiter in die am bekannten Westsee gelegene Stadt Hangzhou, wo wir die Blütenpracht am Ufer desselben bewunderten und auf einer staatlichen Teeplantage den berühmten Chung–Ling–Grüntee verkosten durften. Einige konnten es kaum erwarten, für weitere zwei Tage zurück nach Shanghai zu kommen. Weniger jedoch wegen der uns dort gezeigten kulturellen Stätten (z.B. Jade-Buddha-Tempel) und Attraktionen (z.B. Staatszirkus im Kugelpalast), sondern mehr wegen der umfangreichen und guten Shopping-Möglichkeiten. Beim Shanghai-Resümee waren sich dann aber Schüler und Lehrer einig: die nächtliche Schifffahrt vor der imposant erleuchteten Skyline Shanghais war sicherlich eines der Highlights unseres China-Besuchs.
Nach einer nicht unanstrengenden vierzehnstündigen Fahrt mit dem Nachtzug ins nördliche Beijing begann der zweite und für einige von uns bestimmt nicht weniger abenteuerliche Teil unseres China-Aufenthalts. Nach herzlichem Empfang durch die langjährige Organisatorin und Direktorin des International Departments unserer Partnerschule, Frau Ma Ping, besuchten wir den Platz des Himmlischen Friedens (auf einer englischsprachigen Landkarte auch ironisch als „the place where nothing happened“ bezeichnet) und erkundeten die Verbotene Stadt im Herzen Beijings.
Die Aufregung stieg, als wir nach einer mehrstündigen Busfahrt durch den recht staureichen  Stadtverkehr der Hauptstadt und über die Autobahn endlich bei unserer Partnerschule in Tianjin ankamen. Einer nach dem anderen wurde von seinem Austauschpartner in Empfang genommen und hatte nun Gelegenheit, eine ganze Woche lang den Alltag in einer chinesischen Familie kennen zu lernen. So waren wir von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit unserer Gastgeber sehr angetan, die bestrebt waren, uns jeden Wunsch von den Augen abzulesen und es uns ermöglichten, die ungeheure Vielfalt der chinesischen Küche kennen und schätzen zu lernen.

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Was viele verwunderte, war die Größe und Bedeutung unserer Partnerstadt. Tianjin liegt ca. 120 km südöstlich der Hauptstadt Beijing und ist die drittgrößte Stadt Chinas. Tianjin vermittelt eine Vielzahl an Eindrücken: Wolkenkratzer, Vergnügungsparks, ein von den Kolonialmächten im 19. Jahrhundert errichtetes, gut erhaltenes Viertel, der obligatorische Smog und Dauerstau auf den Straßen, extra breite Fahrradwege mit Fahrrädern und quasi geräuschlosen Elektrorollern (die den einen oder anderen schon mal erschrecken konnten), amerikanische Fast–Food–Ketten, Luxus–Shopping–Centren und natürlich auch Altstadt- bzw. Armenviertel, einen für europäische Verhältnisse etwas gewöhnungsbedürftigen Zoo sowie mehrere (auch Kunst-) Schulen mit außerordentlich engagierten Schülern. Allein die Besichtigung des Olympiazentrums in Beijing war von Nebel begleitet und der Besuch der Chinesischen Mauer fiel sogar in strömenden Regen mit wenig Sicht. 
Auch wenn uns alle der Schulalltag ganz schnell wieder eingefangen hatte, war das Feedback der Reise allerorten positiv – vielleicht wegen der einmaligen Eindrücke und Informationen zu unserem Reiseland, die durch tolle Schülerreferate unterwegs abgerundet wurden.

Cornelia Schmid und Michael Fander