26.2.2018 im Seestudio des Festspielhauses Bregenz

28.2.2018 im Stadttheater Lindau

In einer erstmaligen Zusammenarbeit von Musikschule Bregenz und Valentin-Heider-Gymnasium Lindau spielten, tanzten und sangen Schülerinnen und Schüler beider Schulen gemeinsam Auszüge aus Purcells Opern „The Fairy Queen“ und „Dido und Aeneas“ und verzauberten damit das Publikum.

Wenn es jemanden gab, der die fabelhafte Welt der Feen, Geister, Zauberer und Hexen in der Musik zum Leben erwecken konnte, dann war dies der englische Barockkomponist William Purcell. Dem historischen Stoff von Vergils Aeneis, der die Grundlage für die Oper „Dido und Aeneas“ bildet, fügte er aus dramaturgischen Gründen eine Verschwörungsszene von Hexen und Zauberern hinzu, wie sie zum Beispiel im Drama „Macbeth“ vorkommt. Als Theatermusiker vertraut mit Shakespeares Werken und Figuren, entwickelte er jene aus dem „Sommernachtstraum“ zur erfolgreichsten Barockoper Englands: „The Fairy Queen“.

Für das Konzert wurden Stücke ausgewählt, die einerseits den Stärken der beiden Ensembles entsprachen, dennoch aber einen Rahmen vorgaben, der den Handlungsstrang der jeweiligen Oper erahnen ließ. Um die Musiknummern besser zu verknüpfen, rezitierte Schauspieler Augustin Jagg verbindende, erklärende und auch reflektierende Texte zum Teil aus Shakespeares Originalwerk, zum Teil aus der Übersetzung des Librettos.

Seit September 2017 machten sich die jugendlichen Musiker und Sänger in ihrer wöchentlichen Probenarbeit die Musik dieses Barockkomponisten immer mehr zu Eigen. Eine besondere Herausforderung stellte die Menge an Stücken dar, die beide Ensembles zu bewältigen hatten. Spätestens bei der ersten gemeinsamen Probe in Bregenz wurde jedoch dann für alle deutlich, dass die Zauberwelt Purcells zu leben begonnen hatte. In den Proben noch etwas verhalten, in den Aufführungen mit großer Exaktheit und Präsenz fügten sich die beiden Klangkörper zu einer wunderbare ausgewogenen Einheit mit differenziertem Ausdruckspotential zusammen, das sowohl an den festlichen Stellen, wie zum Beispiel beim „Hail great parent“ oder bei den zarten Stücken , v.a. beim “Hush no more“ ausgereizt wurde.

Wie in einem Puzzle fügte sich dann ein Teil ans andere: Julia Müller, Mia und Paula Schuster bestachen mit einem erfrischenden Elfenterzett im Dialog mit dem Chor; Anne Planatscher übernahm den rezitativischen Part der Zauberin mit der Klarinette, den sie mit einem wunderbar geheimnisvollen Gestus zum Ausdruck brachte; das Solo des Sommers übernahm Teresa Zimmermann mit ihrer warmen Altstimme; die Arie des Winters sangen alle Jungs des Mittel- und Oberstufenchores mit beeindruckendem Klangvolumen, so dass es einem kalt den Rücken hinunterlief;  den Part des Frühlings interpretierte  Querflötistin Nele Schäfler mit Grazie und Leichtigkeit., Sophia Lay mit der wunderschönen Arie „If love’s a sweet passion“ als Feenkönigin Titania. 

Für die berühmte Sterbearie der Königin Dido „When I am laid...“  konnte jeweils eine erwachsene Sängerin gewonnen werden: Die neue Gesangslehrerin der Musikschule Bregenz Tanja Oberscheider und die Lindauer Sopranistin Martina Mayer.

In Szene gesetzt wurden die barocken Gefühlswelten durch die Regie und bis ins Deatil ausgearbeiteten Kostüme von Ursula Schneider-Müller. Bei der oben genannten Arie bestreuten die drei Amouretten Juliana Schwarzenbacher, Mieke Schäfler und Clara Friedmann die auf einem goldenen Kissen sterbende Dido mit Rosenblättern.

Titania wurde noch ihr Gatte Oberon (Lara Kubeth) an die Seite gestellt, der sie aus dem Schlaf erweckt und mit ihr zusammen als triumphierendes, Paar das glückliche Ende repräsentiert

Das i-Tüpfelchen bildeten aber sicherlich die drei Balletttänzerinnen Julia Roither, Leonie Erckens und Maren Müssig, die als Hexen und Elfen mit selbst choreographierten Tänzen einerseits, aber auch als Begleiter der Hauptfiguren andrerseits maßgeblich zum Verzaubern des Publikums beigetragen haben.

Ein herzliches Dankeschön an Orchesterleiter Martin Deuring für die wundervolle Zusammenarbeit, an Peter Heiler (Leiter der Musikschule Bregenz) für die tatkräftige und finanzielle Unterstützung des Projekts und an OStD Schmitt.

Ulrike Friedmann

Fotos: Christian Flemming

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